
Schritt nach Dänemark: Alois Müller wächst international
Familienunternehmen übernimmt den Niedertemperatur-Bereich des Spezialisten Aalborg
Meilenstein für die Alois-Müller-Gruppe mit Hauptsitz in Ungerhausen: Das Familienunternehmen, das mit seinen 1.100 Mitarbeitenden und 16 Niederlassungen zu den führenden Anbietern für Energie- und Gebäudetechnik in Deutschland zählt, wächst nun erstmals auch international – und zwar mit der Übernahme des Geschäftsbereichs für Niedertemperatur-Energielösungen des dänischen Spezialisten Aalborg CSP. Diese gelten als Schlüsseltechnologien für die Energie- und Wärmewende. Mit der Gründung von aalborg hc systems und dem Schritt nach Aalborg, der viertgrößten Stadt Dänemarks, weitet die Alois-Müller-Gruppe erstmals in der über 50-jährigen Geschichte ihres Bestehens gezielt ihr Engagement auf internationale Märkte aus.
„Die Übernahme von Aalborg ist einer der strategisch bedeutendsten Schritte in unserer Geschichte überhaupt. Denn wir sichern uns damit einen Know-how-Vorsprung bei der Planung und Umsetzung regenerativer Energielösungen. Wenn man bedenkt, dass wir in Deutschland noch zu 95 Prozent mit fossilen Brennstoffen unterwegs sind, ist das Potenzial für grüne Lösungen gewaltig, denn die Wärmewende wird uns sicher noch in den nächsten 20 bis 30 Jahren begleiten. Die Partnerschaft mit Aalborg ist ein Quantensprung für uns“, sagt Andreas Müller, der geschäftsführende Gesellschafter der Alois-Müller-Gruppe. Gemeinsam mit einem der bisherigen Inhaber von Aalborg CSP, Jes Donneborg, ist Andreas Müller Geschäftsführer der Aalborg Heating & Cooling Systems ApS.
Donneberg und sein 20-köpfiges Team aus dem Niedertemperaturbereich haben nicht nur in Europa mehr als 25 Megaprojekte umgesetzt, darunter große industrielle Fernwärmenetze. Hier kamen unterschiedliche Technologien für die Wärmeerzeugung zum Einsatz, je nach Bedarf, zum Beispiel Geothermie-Wärmepumpen, Solarthermie, Biogas-Wärmepumpen oder auch die Kombination mehrerer Systeme.
Eine große Bedeutung im aalborg hc systems-Portfolio haben auch riesige Erdbeckenwärmespeicher, die es ermöglichen, Wärme saisonal zu speichern. Die diffusionsoffene Abdeckung für diese Speicher hat Aalborg selbst entwickelt und über ein Patent gesichert. Eines dieser gewaltigen Speichersysteme ist mit einem Volumen von 15.000 Kubikmetern in Langkazi im südlichen Tibet installiert. Sie speichert im Sommer überschüssige solare Wärme der Photovoltaikanlage und gibt diese im Winter in das Fernwärmenetz ab. 90 Prozent des gesamten Wärmebdarfs der Stadt Langkazi können so regenerativ abgedeckt werden.
„Wir lieben solche Projekte und mit Andreas Müller und der Alois-Müller- Gruppe haben wir jetzt den besten Partner gefunden, den wir uns nur vorstellen konnten. Denn wenn es einen Vorreiter im Bereich Green Energy in Deutschland gibt, dann ist es Andreas. Die Partnerschaft mit ihm und seinem Team ist ein Meilenstein für uns“, sagt Jes Donneborg, der die Partnerschaft auch als Zukunftssicherung für die Mitarbeitenden des von ihm mitgegründeten Unternehmens sieht: „Ich bin mittlerweile 72 Jahre alt und froh, dass mein Team gemeinsam mit Andreas Müller und seiner Mannschaft eine hervorragende Perspektive hat. Wir können das, was wir hier in Dänemark gut machen, auf andere Märkte übertragen und dabei unsere Qualität verbessern. Hier profitieren wir von der Kompetenz und Erfahrung der Alois- Müller-Gruppe im Anlagenbau.“
Mit der Marke aalborg hc systems wollen Donneborg und Müller die ganze Bandbreite an Dienstleistungen anbieten. Diese reicht von der ganzheitlichen Beratung und Entwicklung von Wärmekonzepten wie technologieoffenen Fernwärmenetzen bis hin zum kompletten Projektmanagement mit schlüsselfertiger Inbetriebnahme. „Durch das Know-how und den Erfahrungsschatz unseres dänischen Teams können wir uns zum einen in Deutschland Marktanteile sichern. Zum anderen sehe ich ein großes Marktpotenzial für Aufträge in Dänemark, Schweden und Norwegen. Dort sind die Löhne sehr hoch und wir als leistungsfähiger Anlagenbauer sind sicher wettbewerbsfähig“, sagt Müller. Mit zusätzlichen Aufträgen will er die Auslastung der Fertigungsstandorte in Reichenau (Sachsen) und Ungerhausen sicherstellen, außerdem sieht er ein Vermarktungspotenzial für mobile Energiezentralen in Skandinavien.